Club

Wer wir sind

Der Seeclub Wädenswil (SCW) ist ein moderner Ruderclub mit Tradition. Er zählt rund 130 Mitglieder. Die Hälfte sind Frauen. Im Club sind Ruderinnen und Ruderer jeden Alters willkommen. Wir bieten allen am Rudersport interessierten Jugendlichen und Erwachsenen die Möglichkeit, das Rudern zu erlernen und auszuüben. Wir engagieren uns sowohl im Leistungs- wie im Breitensport und pflegen ein aktives Clubleben. 

Zentrum unseres Ruderbetriebes ist das Bootshaus im Giessen, wo wir trainieren (bei schlechtem Wasser auch auf Ergometern) und Ausfahrten machen. In den Gestellen lagern mehr als 50 Boote, vom Einer (Skiff) bis zum Achter.

Die Regattierenden sind in der Wettkampf-Saison an Wochenenden meist auf auswärtigen Gewässern im In- und Ausland anzutreffen. Der Seeclub Wädenswil hat sich den Ruf eines "Talentschuppens" erworben, der ausgebildete Ruderer für nationale und internationale Projekte weitergeben kann.

Die Fitnessruderer treffen sich zu vereinbarten Zeiten oder verabreden sich in Chats spontan zu gemeinsamen Ausfahrten. Im Jahresprogramm figurieren abwechslungsreiche Rudererlebnisse. Dabei kommt die Geselligkeit nicht zu kurz. Alle zwei Jahre geht der Club auf grosse Wanderfahrt: Eine Woche lang wird auf einem ausländischen Gewässer von Etappenort zu Etappenort gerudert und dabei viel erlebt. Immer wieder finden Tagesausfahrten statt.

Die Ausbildung ist dem Seeclub ein grosses Anliegen. Er bietet regelmässig Einsteigerkurse für Schülerinnen und Schüler sowie Erwachsene an. 

 

Unsere Clubgeschichte

Im Jahr 1901 gründeten einige Ruderbegeisterte, die bei Ausfarten in eigenen Booten auf den Geschmack gekommen waren, den Seeclub Wädenswil. Noch im gleichen Jahr kauften sie das erste Ruderboot, eine Zweier-Yole? von Stämpfli. Untergebracht waren die Boote in einem Schopf, was aber auf die Dauer unbefriedigend war. 1907 kam im Giessen ein neues Bootshaus zustande.

Die Einrichtung war aber noch rudimentär. So gab es erst 1910 elektrisches Licht und 1912 eine "Abort-Anlage". Bereits 1914 wurde das Bootshaus für 7'000 Franken erweitert. 1919 gab es eine neue Ponton-Anlage, nachdem ein Föhnsturm den ersten Steg zerstört hatte. 

Im Kriegsjahr 1942 brachte ein Innenausbau mehr Komfort ins Bootshaus. Es gab eine Garderobe und eine Dusche mit Gas. 1966 war das Bootshaus bereits wieder zu klein geworden und wurde für gut 18'000 Franken um über zwei Meter Richtung Wädenswil erweitert. Architekt (und Mitglied) Heinrich Bräm besorgte die Planung.

1971 war ein Schicksalsjahr. Max Zollinger war mit dem Skiff auf dem Wasser, als er sah, dass das Bootshaus in Flammen stand. Der erste Stock brannte aus. Glücklicherweise blieben die Boote unbeschädigt. Lange Zeit war die Brandursache unbekannt. Erst mit den Jahren kam die Wahrheit an den Tag. Ein Junior hatte einen Besen in einem Kasten angezündet. Das Feuer griff dann auf das Bootshaus über.

Der Seeclub nahm unverzüglich den Wiederaufbau an die Hand, wiederum von Architekt Heinrich Bräm. Der Kostenvoranschlag belief sich auf Fr. 99'000.-. Versicherung und Sporttoto leisteten einen Beitrag. Allerdings mussten fünf Clubmitglieder solidarisch eine Bürgschaft für zehn Jahre leisten, damit das Toto-Geld ausbezahlt wurde. 1972 war der Wiederaufbau beendet.

Die Frauen hatten 1971 in der Schweiz endlich das Stimmrecht erhalten. Die meisten Ruderclubs blieben aber noch Männersache. 1976 nahm der Seeclub auch Frauen auf, als einer der ersten. Den Damen stand aber weder eine eigene Garderobe noch eine eigene Dusche zur Verfügung. Darum fasst der Seeclub den Ausbau des Dachstockes ins Auge. Die Baubewilligung war aber an die Auflage gebunden, das Bootshaus an die öffentliche Kanalisation anzuschliessen. Bisher hatte eine Sickergrube genügen müssen. Es war klar, dass dieser Anschluss früher oder später fällig würde.

1985 wurde eine grosse Bootshauserweiterung unter dem Präsidenten Hampi Bürge und von Architekt (und Mitglied) Ruedi Hatt geplant und durchgeführt. Kostenvoranschlag inklusive Fronarbeit 182'200 Franken. Der winterfeste Erweiterungsbau umfasste Garderoben und Duschen für Damen und Herren sowie den Clubraum.

Das Bootshaus steht auf Land, das ursprünglich der Firma Pfenninger gehörte. Der Club bezahlte eine symbolische Miete von 50 Franken. Einen Vertrag gab es anfangs nicht und später einen, der jährlich kündbar war. Dieser Umstand wurde erst durch neue Verhandlungen geändert als die Peach Property das gesamte Giessenareal kaufte und entschied, Neubauten darauf zu erstellen. Mit Unterstützung der Stadt Wädenswil konnte der Seeclub 2015 mit den neuen Besitzern einen Baurechtsvertrag für die nächsten 50 Jahre aushandeln.

Eine letzte Erneuerung erhielt das Bootshaus 2015 unter der Federführung von Bauleiter und Präsident Jürg Manser. Es wurde muldenweise altes Material entsorgt. Das Haus erhielt neue Böden, Wände, Decken und sanitäre Anlagen. Das Clubzimmer wurde vergrössert und mit einer Küche ausgestattet. Eine grosse Fensterfront erlaubt es, während des Ergotrainings über den See zu schauen. Auch wenn kantonale Vorgaben gewisse Wünsche nicht zuliessen, ist der Seeclub mit dem Resultat zufrieden.

Ende Februar 2018 brach im Dachstock des Bootshauses eine Wasserleitung, die wegen der Kälte eingefroren war.  Dies wurde zum Glück von einem unserer Mitglieder entdeckt. Der Estrich war teilweise überschwemmt, der erster Stock weitgehend überschwemmt und in der Bootshalle gab es einzelne Wasserflecken, die überfroren und so zu Stolperfallen wurden. Dank dem schnellen Eingreifen mehrerer Mitglieder konnte Schlimmeres abgewendet werden.

Wir Seeclübler geniessen es, von diesem schönen Flecken aus den fantastischen Sport weiterhin ausüben zu können.

Originaltext von Alphons Bürgi, für die Webseite bearbeitet von Daniela Haag