, Stork Andreas

Trainingslager in Wädenswil

Herbst-Trainingslager vom 10. – 17. Oktober 2021

Für das geplante Herbstlager in Radolfzell (D) am Bodensee haben sich aufgrund der besonderen Ereignisse dieses Jahres zu wenige Junioren angemeldet. So haben wir den Plan B in die Tat umgesetzt und das Lager bei uns in Wädenswil durchgeführt. Die Sportler hatten so die Möglichkeit sich auch noch etwas kurzfristiger für eine Teilnahme zu entschliessen.

Normalerweise fährt man für ein Trainingslager möglichst weit weg von der Heimat. So gewinnt man Abstand vom Alltag und der Fokus auf das Training und das Erreichen bestimmter Ziele ist umso höher. Auch die Motivation steigt deutlich durch einen Tapetenwechsel und das Aufbrechen des regulären Trainingsregimes zu Hause.

Je nach Lage des Heimatstandortes können natürlich auch die Trainingsbedingungen durch einen Ortswechsel verbessert werden. Ein Hauptgrund, ein Trainingslager nicht am Zurisee durchzuführen ist sicherlich der wenig berechenbare Einfluss der Thermik und anderer unbeliebter Winde, welche leider viel zu oft das rudern auf dem Wasser zu verhindern wissen. Laut Wetterprognose hätte ein Rudern auf dem Wasser an einigen Tagen nicht möglich sein sollen. Glücklicherweise gab es an jedem Tag die Möglichkeit mindestens einmal aufs Wasser zu gehen. Dadurch dass jeden Tag von 8 bis 17 Uhr für das Training eingeplant war, konnte man recht flexibel auf das Wetter reagieren.

So lässt sich natürlich auch bei schlechtem Wetter viel an der Technik üben, wenn man sich dafür die nötige Zeit nimmt. Auf dem Ergometer lässt sich die Ruderbewegung in kleinste Teile aufgliedern und üben. Unabhängig von äusseren Bedingungen und den viele anderen Dingen, auf die man im Boot achten muss, vereinfacht das Training an Land vor allem das üben von komplexeren koordinativen Zusammenhängen. Mit Medizinbällen, Gymnastikbällen, Stühlen und anderen Gerätschaften, lassen sich mit etwas Kreativität oft unzählige Möglichkeiten finden, etwas ruderspezifisches zu veranschaulichen und zu üben.

Insgesamt haben über die 8 Tage verteilt 11 Sportler an ihrer Technik gearbeitet. Die Fortschritte von der ersten bis zur letzten Trainingseinheit waren bei allen deutlich zu sehen. Jeden Tag stand nach dem gemeinsamen Kochen und Mittagessen eine ausführliche Videoanalyse auf dem Programm. Sehr selten stimmen Innen- und Aussensicht im Detail überein. Solch eine visuelle Überprüfung von aussen ist für die Weiterentwicklung der eigenen Ruderfähigkeiten unabdinbar – auch für den Trainer.

Sicherlich nicht so toll wie reguläres Trainingslager an einem anderen Ort, kann man die Durchführung durchaus dennoch als Erfolg bezeichnen. Gerade bei den erwachsenen Teilnehmern, welche die Möglichkeiten etwas frequentierter genutzt haben als die Junioren, konnte der Umgang und das sichere Beherrschen der Kleinboote weiter ausgebaut werden. Es bleibt zu hoffen, dass sich der Trend in diesem Breich fortsetzt und das ruderische Niveau in den nächsten Jahren auf einer breiteren Ebene weiter zunimmt.

Was die Beteiligung der Junioren angeht, sind wir im SCW sicherlich in einer erfreulichen aber schwierigen Phase angelangt. Von den älteren Sportlern, welche den jüngeren mit Vorbildfunktion dienen, sind von den wenigen nur noch zwei regelmässig im Training anwesend. Aufgrund ihres Alters jedoch vorranging mit Ausbildung und Militärdienst beschäftigt. Trotz der mittlerweile grossen Zahl an Junioren bleibt festzuhalten, dass der Löwenanteil dieses Jahr erst 13 wird oder gar jünger ist. So bleibt es weiterhin eine herausfordernde Aufgabe diese jungen Junioren in den Verein zu integrieren und bestmöglich auszubilden. Auch wenn es noch ein paar Jahre dauern dürfte, bis die Anzahl der erfolgreichen Rennruderer im Bereich U15-U19 auf eine grössere Zahl anwächst, zeigt sich allmählich immer mehr, dass der SCW hier auf einem guten Weg ist.

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